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Abstracts |
Das Thema des Vortrags wird anhand des Sujets von "zwischengeschlechtlicher Eifersucht" abgehandelt. Diese Perspektive erlaubt es, einem Bündel vermischter Gefühle nachzugehen, das sich unter den Bedingungen von Arbeitsmigration, Deterritorialisierung und anderen Aspekten heutiger Globalisierung je nach kulturellem und individuellem Kontext neu formiert.
Dafür werden drei Fallbeispiele befragt: Eine bekannte Hopi- Töpferin auf der Third Mesa Reservation ist eher auf ihre berufliche Konkurrentin eifersüchtig als auf die Freun-din ihres Mannes, mit der dieser in Flagstaff ein Kind hat. Eine Wiener Archäologin und ihr bei einem ,Multi' beschäftigter Mann tabuisieren voreinander jegliche Erwähnung ihrer Seitensprünge im Ausland, um häusliche Stabilität nicht durch Eifersucht zu gefährden. Eine jemenitische Bergbäuerin schließlich lässt sich von ihrem geliebten Mann scheiden, der als Arbeitsmigrant in einer saudischen Stadt tätig sein muss: Allein schon die bloße Angst davor hat sie krank vor Eifersucht gemacht, dass er sie dort betrügen könnte.
Die transnationalen Verflechtungen der Gegenwart produzieren in den Geschlechterbeziehungen kultureller Lokalsysteme also ,emotionale Verlierer' und ,Gewinner' der Globalisierung.