Abstracts

 

Plenumsvortrag

Prof. Dr. Waltraud Kokot, Hamburg

Diaspora und transnationale Verflechtungen

Spätestens seit Beginn der neunziger Jahre hat - ausgehend von den USA - der Begriff "Diaspora" kulturwissenschaftliche und politische Hochkonjunktur. Kollektive, die sich bisher selbst als "Minderheiten" (minorities), "ethnische Gruppen" (ethnic groups) oder "Einwanderer" (immigrants) bezeichneten, übernehmen nun den Begriff der Diaspora als Kategorie der Selbstzuschreibung - und beziehen sich damit auf neue Perspektiven von globaler Vernetzung und lokaler Identität. Lokale Bezüge sind dabei auf unterschiedlichen Ebenen angesprochen: Einerseits der Ort der Herkunft, der in manchen Fällen nicht mehr geographisch genau zu lokalisieren ist, der auf der "mentalen Landkarte" der Diaspora-Identitäten eine entscheidende Rolle spielt. Andererseits die Orte der "Gastgesellschaften", in denen man lebt, gegen die man sich abgrenzt, und die in Form eigener, lokaler Territorien und Enklaven wiederum angeeignet werden. Der Vortrag wird sich anhand verschiedener ethnographischer Beispiele mit diesem scheinbaren Gegensatz zwischen transnationalen Verflech-tungen und lokalen Bezügen auseinandersetzen.

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