Abstracts

 

Plenumsvortrag

Prof. Dr. Andreas Wimmer, Bonn

Netzwerke ohne Grenzen?
Anmerkungen zum Globalisierungsdiskurs

Der derzeit gängigen Auffassung zufolge ist Globalisierung ein einzigartiger, neuer und gerichteter Prozess wachsender Verflechtung auf dem Weg zu einer integrierten Weltgesellschaft, der nach einheitlichen organisatorischen Prinzipien organisiert ist (Isomorphisierungsthese). Diese allgemeine Ansicht bildet den Hintergrund für gegenwärtige Debatten darüber, ob der Prozess eine kulturelle Homogenisierung oder Differenzierung impliziert und Widerstand gegen diesen Trend systematisch und effizient ist.
Mein Beitrag soll einige Thesen vorstellen, welche im Widerstreit zu dieser vorherrschenden Auffassung liegen. Mein erstes Argument zielt darauf ab, dass Globalisierung ein nicht-linearer Prozess mit Erscheinungsformen ist, die als Bifurkationen bezeichnet werden können. Globalisierung kann demzufolge auch zu einer Heteromorphisierung des globalen Sozialsystems führen. Zweitens hege ich Zweifel darüber, ob die gegenwärtigen Ausdrucksformen der Globalisierung tatsächlich bedeutsamer in Hinblick auf eine Veränderung der Welt sind als bisherige, was die meisten Autoren behaupten, die sich der Vorgeschichte globaler Verflechtungen bewusst sind, und ob gegenwärtige Prozesse tatsächlich einen Wandel in den grundlegenden Prinzipien und Mechanismen der Globalisierung implizieren.

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