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Abstracts |
Leitung: Birgitt Röttger-Rössler und Elfriede Hermann, Göttingen
In der Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Globalisierung nehmen kulturelle Repräsentationen von Person und Selbst spezifische Formen an, die sich unter anderem in biographischen Zeugnissen manifestieren. Persönliche Dokumente vielfältigster Art dienen den Beiträgen zu diesem Workshop daher als Ausgangspunkte für ihre Betrachtungen von Lebenswegen mit den ihnen eigenen Erfahrungen von Handlungsmöglichkeiten und -beschränkungen sowie den damit verbundenen Emotionen und Entscheidungen in lokal-global vernetzten Welten. So werden autobiographische Geschichten, biographische Er-zählungen, Tagebuchnotizen, Briefe und archivalische Dokumente hier in Augenschein genommen, um die Wahr-nehmung und Repräsentation von Selbst und Anderen, die Bildung von Identitäten auch mit der Zugehörigkeit zu geschlechts- oder altersspezifischen Gruppen, Ethnien und/oder Klassen in je spezifischen Beziehungs-strukturen und Machtverhältnissen zu untersuchen. Dabei rückt je nach Fokussierung auch die Subjektivität von EthnologInnen ins Blickfeld. Mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen diskutieren die einzelnen Vorträge eine oder mehrere Dimensionen biographischer Annäherungen an Per-son und Selbst: methodische Herangehensweisen über spezifische Quellen, theoretische Themen wie die kulturelle Konzeptualisierung von Sozialität und Individualität und/oder die Analyse von narrativen Strategien.
Sabine Dedenbach-Salazar, Heidelberg
Manuela Ari - Die Autobiographie einer Aymara-Frau zur Zeit der Hazienda-Bildung in den Anden
Camilo Robayo, Marburg
Die Bildung des Yukana-Matapi Führers
Elfriede Hermann, Göttingen
Positionierungen des ethnischen Selbst: Autobio-graphische Assoziationen einer Banaban Frau in Fiji
Wolfgang Kempf, Göttingen
Mobilität, Macht und der Traum vom besseren Leben: Routen und Visionen des John Kikang in Papua-Neuguinea
Andrea Lauser, Bremen
Auslassungen - Inszenierungen - Übertragungen: Philippinische Formen lebensgeschichtlichen Erzählens
Almute Nischak, Heidelberg
Das Konzept der (um die Herkunftsfamilie) erweiterten Biographie: Lebens- und Familiengeschichten aus ethnopsychoanalytischer und der Perspektive systemischer Familienrekonstruktion
Sigrid Paul, Arnstorf
Lebensentwürfe und Beziehungsstrukturen kenianischer Briefautoren
Anette Schade, Berlin
Erfahrungen von Armut: weibliche Haushaltsvorstände im städtischen Fiji
Helmut Schindler, München
Die Leiden eines älteren Propheten
Sonja Speeter-Blaudszun
Lorna Marshall - Ethnographin der Ju/'hoansi-Busch-leute: Die Marshall-Kalahari-Expeditionen (1950-61) im Spiegel biographischer Zeugnisse
Susanne Spülbeck, Berlin
Biographisches Erzählen in der Organsiationsethnologie - Chancen und Grenzen
Lüder Tietz, Witzenhausen
Two-Spirit als ethnische, geschlechtliche und sexuelle Identität: Verwendung biographischen Materials in einer Diskursanalyse