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Abstracts |
Leitung Ulrike Krasberg und Susanne Schroeter
Birgitt Röttger-Rössler
"Männliche Wut und weibliches Mitleid" - Emotionale Rhetorik und Geschlecht.
Inszenierungen geschlechtsspezifischer Emotionen werden im alltäglichen Handeln der Mitglieder einer indonesichen Gesellschaft (Makassar/Sulawesi) anhand des theoreti-schen Modells von Theodore Sabin an zwei Fallbeispielen dargestellt.
Elizabeth Köpping
Das "Dreiaffenspiel" darstellen: Wie Dorfbewohner in Borneo Gewalt gegen Frauen betrachten.
60% aller Haushalte in einem Dorf in Borneo haben direkte Erfahrungen mit der Gewalt gegen Frauen. Der allgemeinen Verdrängung dieser Gewalt wird anhand von sozialen Dramen und Inszenierungen nachgegangen.
Claudia Lozano
Gewalt und Inszenierung in Argentinien.
Alltäglicher Gewalt in der Öffentlichkeit wird in Argentini-en mit einem Spektrum an inszenatorischem Verhalten be-gegnet, in dem die verschiedenen Aspekte von Emotionen, Reflexionen und körperlicher Abwehr eingebettet sind. Es wird gezeigt wie Frauen der Gewalt auszuweichen versu-chen bzw. die Folgen von Gewalt aufgearbeitet werden.
Beatrix Hauser
Spüren und Inszenieren. Zum Embodiment ritueller Unreinheit unter Hindu-Frauen in Orissa.
An einem Fallbeispiel wird gezeigt, wie kulturelle Tabus während der Phasen der körperlichen Unreinheit von Frauen in der familiären Öffentlichkeit bewußt inszeniert werden, aber auch als Somatisierung von den Frauen verinnerlicht sind.
Gabriella Eichinger Ferro-Luzzi
Kulturspezifische körperliche Ausdrücke von Emotionen in der Tamilliteratur.
Anhand verschiedener Emotionen werden kulturspe-zifische und kulturübergreifende Emotionen ausgemacht, die auch geschlechtsspezifischen Charakter haben und in kulturspezifischen Inszenierungen erkennbar werden.
Margo F. Bargheer
Die Rolle des Körpers im Prozess der Selbstreflexivität.
Das Konzept vom schicksalshaft gegeben Körper löst sich allmählich auf, der Wunschkörper scheint machbar zu werden, der Selbstinszenierung unterwerfbar. Auf der Basis einer Feldforschung in einem kommerziellen Gewichtsreduktionskurs wird die zentrale Rolle des Körpers im Prozess der Selbstreflexivität aufgezeigt.
Elsbeth Kneuper Ensslen
Die Stadt als Bühne von Geschlechtlichkeit.
Am Beispiel der schwul-lesbischen Kultur in Köln wird gezeigt, wie sich die Dialektik von Natur/Kultur in einem Begriff von Performanz auflöst. In dem sich Schwule und Lesben bewußt mimetisch auf geschlechtliche Verhaltens-weisen beziehen stellen sie diese überhaupt infrage.
Maria-Barbara Watson-Franke
Frauenfeste - gesellschaftskritische Rituale in Vergangenheit und Gegenwart.
Am Beispiel und im Vergleich verschiedener Frauenfeste wird gezeigt wie Frauen Körperlichkeit, Sexualität und anti-patriarchalisches Verhalten inszenieren. Dabei werden drei Modelle als Erklärungsversuche dieses Phänomens vorgestellt.