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Tagung der DGV im Oktober 2003 in Hamburg

RG Afrika

Mobilität und kulturelle Identität.
Methoden der Erforschung interethnischer Beziehungen in Afrika

CALL FOR PAPERS

Kollektive Mobilität trägt schon seit langem zur Transformation afrikanischer Landschaften und Gesellschaften bei. Die Emigration aus einem bestimmten Gebiet ist nicht nur eine Reaktion auf Nahrungskrisen, Fissionen oder Konflikte mit Nachbargruppen, sondern auch die Suche nach alternativen ökonomischen, sozialen oder kulturellen Ressourcen. Dabei kann räumliche Mobilität mit sozialer Mobilität einhergehen und den Wechsel von einer sozialen Kategorie in eine andere bzw. „ethnische Konversion“ mit sich bringen oder aber erst zu einem Entstehen bzw. einer Verhärtung „ethnischer“ Abgrenzungen beitragen.

Die neuere Migrationsforschung beschäftigt sich vor allem mit der interkontinentalen Wanderungen aus „peripheren“ Ländern in Wohlstandszentren wie USA und Westeuropa. Für viele afrikanische Länder ist jedoch die Binnenmigration in Form der Land-Stadt- oder Land-Land-Wanderung oder die saisonale Migration in Nachbarländer charakteristisch. Dieser Workshop soll daher die Erforschung von Mobilität, kultureller Identität und interethnischen Beziehungen am Beispiel innerafrikanischer Migrationen thematisieren. Diese umfassen:

· „klassische“ Formen der Migration wie Wanderfeldbau, nomadischer Pastoralismus, Handelsreise oder Pilgerfahrt,
· rezente Migration in Gunsträume, wo durch die Verfügbarkeit von Ackerland, Fischgründen oder Bodenschätzen multiethnische und multinationale Siedlungsgemeinschaften entstehen,
· Wanderungen infolge von Vertreibung oder Flucht aus Krisengebieten.

Im Hinblick auf das Oberthema der dgv-Tagung sollen vor allem methodische Aspekte im Vordergrund stehen. Zu fragen wäre dabei z.B. nach der Umsetzbarkeit von „multi-sited ethnographies“, der (Un-) Möglichkeit, in einem multiethnischen Kontext über mehr als eine ethnische Gruppe zu forschen sowie Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit mit „native anthropologists“.

Katja Werthmann (Johannes Gutenberg-Universität Mainz),
Tilo Grätz (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle)

Abstracts (max. 300 Worte) bitte bis 15. Juli 2003

Anprechparterin:
Dr. Katja Werthmann
Institut für Ethnologie und Afrikastudien
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Forum 6
55099 Mainz

Tel. 06131-39-21025
Fax 06131-39-23730

Werthmann@uni-mainz.de